Zur Hauptseite KROISS Spezial-Atlanten-Verlag Abschrift eines Artikels in der Fachzeitschrift " SEG ", 
von Thomas Mitschke ( Dozent an der Akademie für 
Notfallplanung und Zivilschutz im Bundesamt für Zivilschutz 
Ramersbacher Straße 95, D-53477 Bad Neuenahr-Ahrweiler)

»LASYS «
Transportables Lagekartensystem

Der Lagedarstellung in Führungsstäben kommt bei Großschadenslagen oder in Katastrophen im Hinblick auf eine effiziente Lagebeurteitung eine entscheidende Bedeutung zu. Eine aktuelle Lagekarte ist im Rahmen der Entscheidungsfindung in den Stäben auf einzelnen Führungsebenen - und hier vor allem für den Stabsbereich S 3: Einsatzleitung ein wesentliches Hilfsmittel bei der Stabsarbeit.
Für die technisch-taktische Lagebewältigung wird bei Großschadenslagen und in Katastrophen vor Ort vor dem Hintergrund bestehender Rechtsgrundlagen in den Ländern eine Einsatzleitung bzw. Technische Einsatzleitung gebildet. Diese führt in dem jeweiligen Einsatzraum alle ihr unter- stellten Einheiten. Die Befehlsstelle wird unter taktischen Gesichtspunkten in der Regel nahe am Schadensort mobil oder in einer festen Räumlichkeit eingerichtet. Hierzu stehen entsprechende Führungsmittel, wie beispielsweise Einsatzleitwagen, Einsatzleitcontainer oder sonstige mobile Einrichtungen, zur Verfügung.


Abb. 1: TEL beider Stabsarbeit

Eine professionell geführte Lagekarte bedarf neben dem entsprechend ausgebildeten und ständig trainierten Personal im Stabsbereich 2 (Lage) einer entsprechenden materiellen Ausstattung. Neben aller lageabhängigen Improvisation sollte gerade im Hinblick auf die Lagedarstellung im Vorfeld eines Einsatzes sichergestellt werden, daß eine den jeweiligen Bedingungen angepaßte Ausstattung zur Verfügung steht. In der Regel wird die Lage unter den mobilen Bedingungen vor Ort traditionell durch einen Lagekartenführer manuell gezeichnet, so daß die Lagekartenführung auf der Ebene der Einsatzleitung nach wie vor Handwerk ist. Die Entwicklung wird zeigen, inwieweit auf dieser Führungsebene computergestützte Systeme die traditionelle Art der Lagekartenführung ablösen werden. Dabei ist sicherlich immer der Kosten-Nutzen Aspekt abzuwägen.

An der ehemaligen Katastrophenschutzschule des Bundes in Bad Neuenahr-Ahrweiler wurde ein Lagekartensystem entwickelt, das im Rahmen der Ausbildung von Mitgliedern Technischer Einsatzleitungen an der jetzigen Akademie für Notfallplanung und Zivilschutz eingesetzt wird. Dieses System ist auf die Belange einer schadensortnah operierenden Einsatzleitung abgestellt und kann sowohl in entsprechenden Einsatzleitwagen als auch insbesondere in festen Räumlichkeiten, die vor Ort als Befehlsstelle hergerichtet werden, eingesetzt werden.

Das System ist dreiteilig und besteht aus einer klappbaren Lagekarte, einer Rollfolienanlage und einer Einsatzkiste. Die klappbare Lagekarte ist magnetisch, beschriftbar, abwaschbar und mit einem fahrbaren sowie einklappbarem Gestell ausgestattet. Auf der linken Tafelhälfte werden mit einer vorgefertigten Einsatzübersicht die eingesetzten Einheiten mittels magnetischer taktischer Zeichen geführt. Hier können bereits im Vorfeld eines Einsatzes Symbole für die Einheiten des eigenen Verantwortungsbereiches angebracht werden. Im Mittelteil der Tafel wird mit entsprechenden Karten die jeweilige Gefahren-Schadenslage dargestellt. Auf der rechten Tafelhälfte können Schadenskonten bzw. sonstige einsatzrelevante Daten, wie beispielsweise aktuelle Wetterinformationen oder Memos, aufgeführt werden.

Die Rollfolienanlage ist ebenfalls transportabel und wird mit einer einfachen Steckverbindung oberhalb der mittleren Tafel angebracht. Sie ermöglicht es, im Overlay-Verfahren Informationen, die nicht ständig verfügbar sein müssen, bei Bedarf über die eigentliche Lagekarte herüberzuziehen. Hier können beispielsweise auch vorgefertigte Pläne, zum Beispiel Hydrantenpläne, bereitgehalten werden.

Die Einsatzkiste ist fahrbar und kann als Arbeitsschrank vor die Tafelanlage gestellt werden. Sie ist aus stabilen Materialien gefertigt und bein- haltet in entsprechenden Fächern, die teilweise ausziehbar sind, alle für die Lagekartenführung notwendigen Materialien, wie beispielsweise magnetische taktische Zeichen, Bürobedarf, Reinigungsmittel für die Lagekarten oder sonstige Einsatzunterlagen. Der Deckel der Einsatzkiste ist auf der Frontseite angebracht, kann abgenommen und als weiterer Tisch verwendet werden. Die gesamte Anlage ist in wenigen Minuten in jedem geeigneten Raum in Stellung zu bringen und kann auch bei entsprechender Raumplanung in einem ELW der Größe 2 oder 3 eingebaut werden. Hierbei sollte der Einbau jedoch so erfolgen, daß man die Anlage nach wie vor auch außerhalb des ELW betreiben kann.


Abb.2: Tafelanlage mit Rollfolienanlage


Abb. 3: Einsatzkiste mit Tisch

Mit dem Lagekartensystem LASYS hat man ein einfach handhabbares System, das im Rahmen der traditionellen Lagekartenführung unter den Einsatzbedingungen einer Einsatzleitung vor Ort eingesetzt werden kann.Das System ist im Verhältnis zu anderen Führungsmitteln zur lnformationsverarbeitung oder Informationsübermittlung relativ preiswert und ermöglicht eine saubere und professionelle Lagekartenführung .
Thomas Mitschke